Berrocal | Die magischen Dekompositionen der Almogávares und der Desperta Ferro

... ich hatte immer noch nicht die Eigenheit der „Dekompositionen“ erkannt, wie sie Miguel nannte; erst später lernte ich deren exklusive und phantastische Eigenschaften kennen. Aber um ganz ehrlich zu sein: ich habe den Wert und die harmonische Komplexität so lange nicht richtig begriffen, bis ich die Slideshow hier unten vor meinen eigenen Augen sah.

Als ich das erste Mal einen Almogávar fotografierte, war mein Ansatz, die Besondertheiten hervorzuheben. In einem Saal der wundervollen Villa von Berrocal in Negrar, in der sich viele Werke größten Künstler befinden, arbeitete ich mit Spotscheinwerfern, um suggestive Silhouetten zu kreieren. Als der Maestro das Ergebnis sah, war er völlig begeistert. Er meinte, dass ich mit diesem deutlichen Lichteinfall die „Genesis seines Werkes“ herausgeholt hätte.

Damals beschäftigte ich mich aber nur mit dem äußeren Aspekt seines Werkes. Ich hatte immer noch nicht die Eigenheit der „Dekompositionen“ erkannt, wie sie Miguel nannte; erst später lernte ich deren exklusive und phantastische Eigenschaften kennen. Aber um ganz ehrlich zu sein: ich habe den Wert und die harmonische Komplexität so lange nicht richtig begriffen, bis ich die Slideshow hier unten vor meinen eigenen Augen sah.


Wo und wie diese Werke entstanden, und die irre Geschichte dahinter, lasse ich am besten Miguel Ortiz Berrocal selbst erzählen

Auszug aus dem unveröffentlichten Manuskript der in den Jahren 2005 und 2006 geschriebenen Memoiren von Berrocal

«1975 reisten Cristina und ich durch die belgischen Ardennen und machten dort eine wichtige Entdeckung: in einer aufgegebenen Gießerei kaufte ich alte Ambosse, die später dann der Ausgangspunkt für eine Serie von zehn „Desperta Ferro“ sowie genau so vielen „Almogávares“ waren, die von dem epischen Gedicht dieser gleichnamigen Krieger inspiriert waren: Das sind zehn Werke mit sehr großen Ausmaßen, die endlich 1984 fertig gemacht habe, als sie dann in meiner ersten Retrospektive im Palacio de Velázquez in Madrid ausgestellt wurden.

Die Almogávares waren Krieger aus Aragonien, Katalonien und den Balearen. Als sich die Grenze der "Reconquista" weiter nach Süden verschob, sandte sie der König von Aragonien nach Konstantinopel, um sich den Türken entgegen zu werfen. Sie waren ein Geschlecht von Kriegern, stark und aggressiv, und es gelang ihnen, die Einnahme der Stadt um ca. 200 Jahre zu verzögern. Zwischen 1302 und 1311 eroberten die Almogávares fast ganz Griechenland, errichteten ihre Grafschaften und Herzogtümer, bis sie durch interne Kämpfe untergingen. „Desperta Ferro“ war der Kriegsruf der Almogávares. Sie stießen ihn vor dem Kampf aus, während sie mit ihren Schwertern auf die Felsen eindroschen, dass die Funken nur so flogen, eine Methode, die Feinde einschüchtern sollte. Die gleiche Strategie wurde schon von Hannibal in der Schlacht um Cannae benutzt.

Aus den Ambossen, die ich in den Ardennen gefunden hatte, machte ich ca. 20 cm große Holzmodelle, damit ich sie leichter transportieren und bewegen konnte. Ich sah sie mir lange an und überlegte, was ich mit diesen Ambossen aus massivem Eisen machen sollte. Da kam mir der berüchtigte Kriegsschrei in den Sinn und ich nannte die Skizzen „Desperta Ferro“. Folglich bekamen die Skulpturen, die ich nach diesen schweren, originalen Ambossen hergestellt hatte, den Namen Almogávares.»

Hier im Original: Extracto inédito del manuscrito de las Memorias escritas por Berrocal entre 2005 y 2006 >

Guerreros Y Toreros

Die Fotografien, die Sie hier sehen, sind die Grundlage für die Wanderausstellung "Guerreros Y Toreros" (Krieger und Stierkämpfer). Die erste Etappe war Málaga, die nächsten sind Sevillia im Frühjahr und Cadiz im September. Es werden auch einige Almogávares und "el Diestro", eine weitere berühmte Arbeit von Berrocal sowie - auf Spezialplatten - die Dekompositionen der „Desperta Ferro“ ausgestellt.

Weiter unten finden Sie den Link zur offiziellen Website von Berrocal, den Link für die Website "Guerreros Y Toreros" und den Link des Austellungskatalogs, den man online durchblättern kann.

 

Miguel Berrocal | Die zehn Almogávares

Roger De Flor, Ramón Muntaner, Bernardo De Rocafort, Sancho De Oros, Roger De Lauria, Berenguer De Entenza, Corbarán De Alet, Ximenes de Arenos, Berenguer De Rondor, Guillén De Tous

Es können leider nicht alle Sequenzen in dieser Slideshow gezeigt werden, deshalb führe ich in dieser Galerie die Bilder der zehn Werke auf: Sie sind von I bis X durchnummeriert und tragen die Namen der berühmtesten Almogávares, die spanischen oder italienischen Ursprungs sind und die mit großem Glück in den verschiedenen Kriegen der Könige Aragoniens gekämpft haben bzw. sich gegen die Türken in der Verteidigungsschlacht um Konstantinopel schlugen. Gerade Roger De Flor ist eine wahre Legende geworden, ein Held von epischen Sagen; Ramón Muntaner war nicht nur ein großer Krieger, sondern auch ein verlässlicher Erzähler, der unter anderem die berühme „Chronik“ schrieb. Roger De Lauria (der in Lauria, in der italienischen Region Basilicata geboren wurde) war darüber hinaus ein großer Navigator und Admiral.