High Repro: Die Zeichnungen von Leonardo da Vinci

Eine schwierige Arbeit, die Leidenschaft und Fingerspitzengefühl verlangt. Der Großteil der Reproduktionen der Zeichnungen von Leonardo da Vinci wurde vor ca. 20 Jahren gemacht, und glauben sie mir, sie sind meist weit von den Originalen entfernt, die chromatisch delikater und unglaublich reicher an Details sind.

 

Als ich diese weltberühmten Zeichnungen zum ersten Mal im Original sah, war ich sehr überrascht. Ich kannte ja die vorhandenen Reproduktionen in den verschiedenen Kunstbänden, die oft in einer einzigen Fotosession vor ca. 20 Jahren gemacht worden waren. Die Gesichtszüge wareb sehr markant und hatten wenige Mitteltöne. Die Originale sind dagegen chromatisch delikater und unglaublich reicher an Details.

Die Zeichnungen von Leonardo da Vinci stehen natürlich dauernd im Rampenlicht und die Institute, die sie aufbewahren, werden mit Anfragen aus Studienzwecken und für die Reproduktion als Fotos oder Videos überhäuft. Das bringt ernste Probleme für die Verantwortlichen der Institute mit sich. Einige von ihnen, wie die Pinacoteca Ambrosiana in Mailand, die den Codex Atlanticus aufbewahrt und die Biblioteca Reale von Turin, die äußert wichtige Zeichnungen wie das "Selbstbildnis" und den "Kopf eines Engels" beherbergt, sind - meiner Meinung nach völlig zu Recht - davon überzeugt, dass die hochwertige digitale Reproduktion mit großer Auflösung die Promotion eines Kunstwerkes in verschiedensten Formen vereinfachen kann, und, wenn es das Kunstwerk zwar nicht ersetzen kann, es dennoch den Zugriff für Studienzwecke auf das Original zu reduzieren vermag.

Hoch aufgelöst Hasselblad

Ich habe verschiedene Hasselblad-Rückteile in „Multishot“- oder „Microstep“-Modus mit sehr hohen Auflösungen von ca. 88 MP benutzt, was sich bei diesen Aufnahmen als fundamental herausgestellt hat, und wie Sie anhand der Auflösungen sehen können, außergewöhnliche Ergebnisse liefert. Ich habe hierbei nicht versucht, einfach nur die digitalen „Muskeln" spielen zu lassen, sondern eben jedes auch noch so kleine Details einzufangen. Das Objektiv ist eine außergewöhnliche 120mm Makro-Linse, mit der man auch eigentlich unmögliche Auflösungen machen kann. Die Multishot-Aufnahme besteht darin, die natürlichen Farben einzufangen, die dann mit absoluter Farbtreue und ohne jegliche Interpolation reproduziert werden. Das ergibt eine überwältigende Tiefenschärfe, auch ohne Unscharf-Maske; jede einzelne Feinheit tritt auf unübertroffene Weise zu Tage.

Beleuchtung, Dreidimensionalität und Manfrotto-Stative

Um auch noch das kleinste Detail herauszuholen, habe ich die Zeichnungen nur von einer Seite ausgeleuchtet. Diese Lösung macht es zwar wesentlich schwieriger, das Gleichgewicht des Lichtes wieder herzustellen, aber sie führt auch zu einer unerreichten Dreidimensionalität und Schärfe. So sind beispielsweise beim "Kopf eines Engels" einige Besonderheiten hervorgetreten wie etwa der ungewöhnliche Einsatz eines Metallstiftes oder der Gebrauch von  Bleiweiß, die bis vor kurzem noch nicht bemerkt wurden, weil das nur schwer zu sehen war. In diesem Fall hat sich die Reproduktion mit 88 MP als äußerst hilfreich herausgestellt. Als Lichtquellen wurden die HMI von Photon Beard verwendet. Die völlige Stabilität der Aufnahme wurde durch die Reproduktionssäule Manfrotto IFF System 800 erreicht.

Logo Hasselblad e Manfrotto

Leonardo da Vinci - Backstage

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Leonardo3

Die Firma Leonardo3, für die ich diese Arbeit gemacht habe, ist ein innovativer Mediengestalter und Studienzentrum; sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, Studien und Wissen über die Kulturgüter mittels neuer Methoden und Technologien zu vermitteln. Der Bearbeitungsvorgang beginnt mit einer digitalen Reproduktion von allerhöchster Qualität, mit Auflösungen von 39 bis 88 Megapixel bei Zeichnungen und antiken Codexen. Dann folgen einige sehr komplexe Prozesse, bei denen die Inhalte neu gelesen werden, was teilweise schwierig ist, dann die analogen Publikationen (als Faksimile) oder die digitalen Publikationen (Web oder Multimedia) sowie die virtuelle bzw. physische Rekonstruktion der beschriebenen Maschinen.

Mit Leonardo3 haben wir bereits die Zeichnungen von Leonardo Da Vinci bearbeitet, die in dem Codex Atlanticus und dem Codex Turin (Flug der Vögel) in der Biblioteca Reale von Turin aufbewahrt werden.Darüber hinaus haben wir das „Book of secrets“ (Buch der Geheimnisse) reproduziert, ein Manuskript aus dem Jahr 1000, das von höchster historischer Bedeutung ist, in der Biblioteca Medicea Laurenziana in Florenz aufbewahrt wird und erfindungsreiche Vorrichtungen wie mechanische Apparate, Wasseruhren, automatische Kalender und Kriegsmaschinen beschreibt.

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